Ablauf der Psychotherapie

Die psychotherapeutische Behandlung verläuft in mehreren Phasen. Eine vertrauensvolle Beziehung ist in allen Phasen eine wichtige Basis für den Erfolg der Behandlung. Ich unterliege der ärztlichen Schweigepflicht und behandle alle persönlichen Informationen streng vertraulich.

Einstieg in die Psychotherapie

Der Einstieg in die Psychotherapie beginnt mit einem kurzen Telefonat oder auch einem Emailkontakt, in dem Sie die für Sie wichtigen Informationen einholen können. Vor unserer ersten persönlichen Begegnung sollten wir auf jeden Fall geklärt haben

  • um welche psychische Problematik es sich handelt
  • ob ich diese behandeln kann
  • ob es Behandlungsalternativen gibt und
  • ob die Krankenkasse die Kosten für eine Psychotherapie übernimmt oder ob Sie die Kosten selbst tragen wollen

Eine Terminvereinbarung ist leider erst möglich, wenn die Kostenübernahme geklärt ist.
Wenn Sie sich nach diesem Einstieg für ein Erstgespräch bei mir entscheiden, können wir hierfür sehr kurzfristig einen Termin vereinbaren.

Erstgespräch

Das Erstgespräch dient dazu herauszufinden, ob ich Ihnen ein geeignetes Therapieangebot machen kann und ob Sie sich vorstellen können, eine Behandlung bei mir zu beginnen. Sympathie spielt neben fachlicher Qualifikation in einer Psychotherapie eine wichtige Rolle, hören Sie bei dieser Entscheidung daher ruhig auf Ihr Bauchgefühl.

Um mir ein erstes Bild von Ihnen und Ihrer Problematik machen zu können werde ich Ihnen verschiedene Fragen stellen, z. B.

  • unter welchen Symptomen Sie konkret leiden
  • wann die Beschwerden begonnen haben
  • wie stark Sie dadurch in Ihrem Alltag beeinträchtigt sind
  • wie Ihr soziales Umfeld darauf reagiert
  • was Sie bisher unternommen haben, um mit der Problematik selbst klar zu kommen
  • welche Erwartungen Sie an mich und die psychotherapeutische Behandlung haben etc.

Probesitzungen

Entscheiden Sie sich nach unserem Erstgespräch für eine psychotherapeutische Behandlung, liegen vor der Beantragung einer Psychotherapie bei Ihrer zuständigen Kasse noch vier sog. „Probatorische Sitzungen“. Innerhalb dieser Sitzungen möchte ich mehr über Ihre Probleme und die Hintergründe der bisherigen Entwicklung erfahren, damit ich eine diagnostische Einschätzung vornehmen und eine individuelle Problemanalyse erstellen kann.

Ich benötige dazu genaue Angaben über Ihre Beschwerden (Häufigkeit, Intensität und Bedingungen des Auftretens), Ihre lebensgeschichtliche Entwicklung (persönlich, schulisch, sozial, beruflich), bisherige Behandlungsversuche, Angaben zu Medikamentenkonsum etc.. Dies sind alles sehr persönliche Fragen, die für die darauf aufbauende Therapie notwendig sind.

Wenn die Voraussetzungen für eine Psychotherapie gegeben sind, kann ich am Ende dieser „probatorischen Sitzungen“ einen Antrag bei einem Gutachter der Krankenkasse zur Übernahme der Behandlungskosten durch Ihre Kasse stellen.

Ein Kurzzeitantrag umfasst die Beantragung von 25 Sitzungen à 50min.. Dieser Sitzungsumfang reicht bei vielen Erkrankungen für einen Behandlungserfolg aus (z. B. bei spezifischen Phobien, Anpassungsstörungen mit leichter depressiver Symptomatik, leichter depressiver Episode). Eine Verlängerung um weitere 20 Stunden kann bei Bedarf und Notwendigkeit beantragt werden.

Bei Privatpatienten gelten die jeweiligen Vertragsbestimmungen der Krankenkasse.

Therapiephase

Die Therapie beginnt, wenn Ihre Krankenkasse die Kostenübernahme für die beantragten Stunden zugesichert hat. In dieser Phase ist eine Sitzungsfrequenz von 1x/Woche üblich, um an den Problembereichen zu arbeiten und die Therapieziele zu verfolgen.

Die Schwerpunkte und Inhalte einer Psychotherapie sind individuell sehr unterschiedlich, es wird aber immer darum gehen, neue Wege zu finden um die bestehenden Probleme zu bewältigen:

  • Sie werden ungewohnte Verhaltensweisen ausprobieren und dadurch ganz neue Erfahrungen machen
  • Ihre grundlegenden Einstellungen und Überzeugungen werden überprüft und Sie können diejenigen verändern, die für Sie nicht hilfreich sind
  • Sie können Ihren Gefühlen Ausdruck verleihen und einen anderen Umgang mit diesen finden
  • Ihre zentralen Bedürfnisse und Lebensmotive werden im Verlauf der Behandlung herausgearbeitet und können einen neuen Stellenwert in Ihrem Leben bekommen

Diese Prozesse brauchen Zeit und psychische Beschwerden können Sie nicht einfach abschütteln. Im Verlauf von ca. 10-15 Sitzungen ist aber meist eine Veränderung der ursprünglich bestehenden Symptomatik wahrscheinlich, oft auch schon früher. Der Therapieerfolg hängt immer von vielen Faktoren ab, u. a. von der Eigenart der psychischen Beschwerden, hinzukommenden Problemen während der Behandlung, aber auch der Qualität unserer Zusammenarbeit.

Ende der Psychotherapie

Das Ende der Therapie erfolgt oft mit der Erreichung der von der Kasse bewilligten Therapiestunden, kann jedoch auch schon zu einem früheren Zeitpunkt geschehen, wenn die vereinbarten Therapieziele erreicht wurden.

In den letzten Stunden einer Therapie geht es darum, Bilanz zu ziehen und die zukünftige Entwicklung vorwegzunehmen, um ein Rückfallrisiko zu minimieren. Das Augenmerk liegt darauf, dass das Gelernte in schwierigen Lebensphasen eigenständig umgesetzt werden kann.

Die zeitlichen Abstände zwischen den Sitzungen werden zum Ende der Behandlung verlängert, um die Unabhängigkeit von den psychotherapeutischen Gesprächen zu unterstützen.

 

Ein neuer Weg ist immer ein Wagnis. Aber wenn wir den Mut haben loszugehen, dann ist jedes Stolpern und jeder Fehltritt ein Sieg über unsere Ängste, unsere Zweifel und Bedenken.
Griechischer Philosoph Demokrit